Einrichtungskonzepte für die Gastronomie im Hotel Prora Solitaire auf Rügen

JUNi.STUDIO wurde beauftragt, Vorschläge für ein Facelift des Restaurants und der Bar in dem 2016 eröffneten Hotel Prora Solitaire auf Rügen zu erarbeiten. Dabei galt es, den verschiedenen Bereichen eine Eigenständigkeit zu geben und diese deutlich vom Hotel abzugrenzen, um mehr Laufkundschaft zu einem Restaurant- oder Barbesuch zu animieren.

 

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Einrichtungskonzepte für die Gastronomie im Hotel Prora Solitaire auf Rügen

Über den Standort:

Das Hotel liegt in dem renovierten Block II des "Koloss von Prora", dem ehemaligen KDF-Seebad Rügen parallel zum Strand.

In dem in den 30er Jahren errichteten, gigantischen Gebäudekomplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Er bestand aus ursprünglich acht auf einer Länge von 4,5 Kilometern aneinandergereihten, baugleichen Blöcken, wovon drei Blöcke nach 1945 weitestgehend zerstört wurden. Die verbleibenden fünf Blöcke wurden später durch die Sowjetunion, die NVA und nach der Wende von der Bundeswehr genutzt. Später standen die Gebäude überwiegend leer und verfielen. Seit 2004 werden die Blöcke einzeln veräußert, renoviert und zu Wohn- und Hotelanlagen umgestaltet. Heute steht der gesamte Komplex unter Denkmalschutz.

Über das Hotel und die Gastronomie:

Mit dem Hotel Prora Solitaire wurde ein Teil dieses geschichtsträchtigen Bauwerks in ein luxuriöses Hotel umgebaut. Durch weiße Fasssaden, Glasbalkone und durch die Gestaltung der Lobby mit vielen Prunkelementen wie deckenhohen, holzvertäfelten Türen, Kronleuchtern und schweren Sesseln wurde ein hochherrschaftliches Ambiente geschaffen.

Der Standort ist nicht ganz unproblematisch, viele Gäste kommen von langen Strandspaziergängen und besuchen Prora, um das Baudenkmal mit seinen Baustellen und Ruinen zu sehen.  Bisher wird das Restaurant und die Bar schon optisch stark dem Hotel zugeordnet und lädt durch das prunkvolle Ambiente nicht zu einem Spontanbesuch ein. Unser Vorschlag war daher zunächst Hemmschwellen und Barrieren abzubauen und die Gastronomien als eigenständige Unternehmen zu präsentieren.

Das Restaurant ist erst 1Jahr alt. Es hat keine Geschichte, keine Tradition, es hatte keine Möglichkeit, sich einen Namen zu machen. Das Restaurant braucht ein starkes und eigenes Gesicht. Es soll einen Wiedererkennungswert bekommen, der sich leicht kommunizieren lässt. 

Um einen Standortbezug zu schaffen, entschieden wir Bilder wie Strand und Urlaub in die Räumlichkeiten zu holen und nicht den historischen Ort zum Thema zu machen. Wir haben in allen Entwürfen optisch die Deckenhöhe reduziert und auffällige Pendelleuchten gehängt, was Behaglichkeit schafft. Vorhänge sorgen für eine angenehmere Akustik und Raumatmosphäre. Unterschiedliche Lichtstimmungen werden durch Lamellen beeinflusst, die teilweise hinterleuchtet sind und teilweise der Verschattung bei tiefstehender Sonne dienen.

Materialien wie Strandkorbgewebe, Surfbretter und Bojen, sowie Bilder mit maritimen Motiven schaffen einen Bezug zu Strand und Meer.